Mascha Kaléko Berlin - Exil - USA - Israel, als das sind Schlagworte, die sich mit der jüdischen Schriftstellerin Mascha Kaléko in Verbindung bringen lassen.
1907 in Galizien geboren, Teil der ehemaligen Donaumonarchie, verschlägt es das 14-jährige willensstarke und schon damals starrköpfige Mädchen Mascha mit ihren Eltern nach Berlin.
In der Kulturmetropole lernt Kaléko das Dichten. Umgeben von Schriftstellern wie Tucholsky, Ringelnatz und Kästner unternimmt sie ihre ersten lyrischen Gehversuche. Ihre erste Veröffentlichung, "Das lyrische Stenogrammheft", wird ein großer Erfolg und verkauft sich bis zum heutigen Zeitpunkt fast so gut wie Goethes Lyrik. Kaléko steht mit ihrem Erstlingswert auf Platz zwei der deutschen Hitliste!
1938 folgt ein jäher Abbruch ihres Erfolges. Kaléko muss aus Nazideutschland ins amerikanische Exil flüchten. Sie kommt zunächste in New York unter, zwischenzeitlich übersiedelt sie mit ihrem zweiten Ehemann Chemjo Vinaver nach San Francisco, kehrt nach kurzer Zeit zurück nach N.Y. Die lyrischen Versuche dieser Zeit scheitern im Großen und Ganzen. Das Exil wird auch zu einem lyrischen, unter dem viele Schriftsteller leiden. Nur die wenigsten schaffen den Durchbruch um Ausland. Sprache als Barriere, lange Diskussionsinhalt der Exilliteratur und Nachkriegszeit.
1956 die Rückkehr nach Berlin und Nachkriegsdeutschland, jedoch nur als Gast. Kaléko besucht Stätten der Erinnerung, findet ein vollkommen verändertes Deutschland wieder. Heimatverlust, das dritte Mal. Galizien, Berlin, USA, als letzte Lebensstation ist Israel zu nennen. Ein Leben voller Flucht, Heimat, Heimatverlust, Liebe und Enttäuschung.
Kaléko schreibt einem aus der Seele. Mal nüchtern, mal ironisch, sarkastisch, nie jammernd und mitleiderregend, sondern immer voller Stolz und Respekt.
Lyrik wie erschienen in "Das Lyrische Stenogrammheft", "Das himmelgraue Poesiealbum", "Der Gott der kleinen Webfehler", "Verse in Dur und Moll", "Hat alles seine zwei Schattenseiten. Sinn- & Unsinngedichte" und viele andere Lyrikbände zeugen davon.
2007 wäre Mascha Kaléko 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass sind viele Gedichte neu verlegt worden, wie auch Biographien.
